Je drei katholische und evangelische Kirchen in der Innenstadt Frankfurts sind Veranstaltunsort der Chor- und Orgelmeile. Hier finden Sie Informationen zur Geschichte der sechs Gotteshäuser:
Dom St. Bartholomäus
Die ehemalige Reichsstiftskirche St. Bartholomäus war seit 1356 Wahl- und von 1562 bis 1792 auch Krönungskirche der römischen Kaiser. Der gotische Bau aus dem 14. bis 16. Jh., im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde 1953 wieder hergestellt und von 1989 bis 1994 restauriert.
Sehenswert sind die gotischen Portale und das Bartholomäus-Relief (1957) von Hans Mettel, innen die gotischen Altäre, das Bartholomäus-Fries aus dem Jahr 1410 sowie die Wahlkapelle. Der Dom verfügt über Klais-Orgeln.
St. Katharinen
Die Katharinenkirche an der Hauptwache ist die evangelische Hauptkirche Frankfurts. Johann Wolfgang Goethe wurde hier konfirmiert. Der spätgotische Hallenbau mit Barockportalen aus dem Jahr 1681 gilt als Vorbild für den evangelischen Kirchenbau. 1944 wurde die Katharinenkirche zerstört und 1954 wieder aufgebaut.
Sehenswert sind die gotische „Maria auf der Mondsichel“
an der Außenmauer, innen eine spätgotische Katharinenfigur, die Emporenbilder aus dem 17. Jahrhundert sowie die Glasfenster von Charles Crodel. Die Kirche hat eine Rieger-Orgel aus dem Jahr 1990.
Liebfrauenkirche
Die ehemalige Stifts- und Kollegiatskirche dient heute als Pfarrkirche und als Klosterkirche der Kapuziner. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1954 wieder aufgebaut.
Sehenswert sind das Dreikönigsportal, die gotischen Tafelbilder und die Barockfiguren. Aus neuerer Zeit stammen die Glasfenster von Willy Geyer (1954), der Franziskusaltar (1987) und der Osterwasserleuchter (1991) von Bernhard Kleinhans. Die Kirche
erhält eine Orgel der Firma Göckel aus Malsch bei Heidelberg.
Dreikönigskirche
Die Dreikönigskirche war eine der ersten reformierten Kirchen in Frankfurt. Der jetzige Kirchbau in neugotischem Stil erfolgte von
1875 bis 1881.
Sehenswert sind vor allem die Glasfenster von Charles Crodel (1956). An der Kirche ist die Tafel des ersten allgemeinen Almosenkastens der Stadt Frankfurt aus dem Jahr 1531 angebracht. Der Dreikönigsbrunnen vor der Kirche stammt aus dem Jahr 1781. Die Schuke-Orgel nach Disposition von Helmut Walcha wurde im Jahr 1961 erbaut.
St. Leonhard
Die ehemalige Stifts- und Kollegiatskirche ist ein spätromanischer Bau, der um 1430 gotisch erweitert wurde.
Sehenswert sind die Türme und Portale, die Glasfenster im Hochchor aus dem Jahr 1450, das „Hängende Gewölbe“ in der Taufkapelle von 1510 sowie die gotischen Fresken und Altäre. Die Glasfenster schuf Ludwig Schaffrath im Jahr 1990. Vor der Kirche steht die Skulptur „Jakobspilger“ von Franziska Lenz-Gerharz (1990).
Heiliggeistkirche
Die ehemalige Dominikanerkirche wurde von 1254 bis 1259 in frühgotischem Stil erbaut und war lange Zeit die am reichsten ausgestattete Kirche in Frankfurt. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, baute man die Kirche 1961 wieder auf, wobei die noch vorhandenen
Reste (die fünf gotischen Fenster im Chorraum) erhalten blieben. Heute gehört sie zum Sitz des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt.
Sehenswert sind vor allem die Kirchenfenster mit vielfarbigen
Glasmalereien von Hans-Heinrich Adam. Die 38-registrige Walcker-Orgel aus dem Jahr 1961 war eine der ersten mit einer
„Spanischen Trompete“.